Leonardo (1910) Fischer Taschenbuch-Verlag, Band 10457, 1995
| Ansprüche | 36 denen kaum zu genügen ist. 82 |
| Ästhetik ² | 77 eine gütige Natur, gegeben, seine geheimsten, ihm selbst verborgenen Seelenregungen durch Schöpfungen zum Ausdruck zu bringen, welche den andern mächtig erfreuen ... |
| Ausdruckshandlung | 75 |
| Autoerotismus | 70 |
| Autorität | 91 wer im Streite der Meinungen sich auf die Autorität beruft, der arbeitet mit seinem Gedächtnis anstatt mit seinem Verstand. |
| Begabung | 101 dank einer spezifischen Begabung, die der frühzeitigen Erweckung des Schautriebes in den ersten Kinderjahren eine Verstärkung schulden mag. Gerne würden wir angeben wollen, in welcher Weise sich die künstlerischen Begabung auf die seelischen Urtriebe zurückführt, wenn nicht gerade hier unsere Mittel versagen würden [Deutung]. 105 ausserordentliche Fähigkeit zur Sublimierung der primitiven Triebe ... Begabung und Leistungsfähigkeit mit der Sublimierung innig zusammenhängt. 105 das Wesen der künstlerischen Neigung uns Psa unzugänglich ist. 105 Künstlerschaft Leonardos nicht aufgeklärt. |
| Begräbniskosten | 75 entstellte Trauer um die Mutter |
| Berufstätigkeit | 46 ansehnliche Anteile dieser sexuellen Triebkräfte auf Berufstätigkeit ... |
| Biographie | 99 Biographen in ganz eigentümlicher Weise an ihren Helden fixiert sind... Sie geben sich dann einer Idealisierungsarbeit hin, die bestrebt ist, den grossen Mann in die Reihe ihrer infantilen Vorbilder einzutragen. |
| Delirium | 55 |
| Denkhemmung, neurotische | 48 |
| Deutung | 45 aquisitare non più la schienza per l'arte. 74 Ich kann mich nicht enthalten, sie als richtig zu erkennen. Der Dichter Mereschowski ist der einzige, der uns zu sagen weiss, ... 81 kommt es wie ein plötzliches Verständnis über den Beschauer. 91 er glich, nach dem schönen Gleichnis Mereschowskis, einem Menschen, der in der Finsternis zu früh erwacht war, während die anderen noch alle schliefen. 104 Wir müssen hier einen Grad von Freiheit anerkennen, der psa nicht mehr aufzulösen ist. 105 das Wesen der künstlerischen Leistung der Psa unzugänglich ist. |
| Erinnerungen | 52 Kindheitserinnerungen ... hervorgeholt, dabei verändert, verfälscht, in den Dienst der Tendenzen gestellt, so dass sie sich ganz allgemein von Phantasien nicht streng scheiden lassen..., Geschichtsschreibung. 52 Vorgeschichte: Ausdruck der Meinungen und Wünsche der Gegenwart. 53 tendenziös zurechtgemachte Geschichte der Urzeit eines Volkes. 62 Erinnerungsinhalt in eine homosexuelle Situation umgearbeitet (Mutter-Geier). 74 Ich kann mich nicht enthalten, sie als richtig zu erkennen. 74 Der Dichter Mereschowski ist der einzige, der uns zu sagen weiss ... |
| Erkenntnis | 44 man liebt und hasst nicht mehr recht, wenn man zur Erkenntnis durchgedrungen ist. |
| Eros | 38 |
| erraten | 73 |
| Experimentelle Forschung | 34 (TB) |
| Faust | 44 |
| Fellatio | 56 Brustwarze der Mutter ... in den Mund nehmen, um an ihr zu saugen. |
| Fetisch | 65 Fussfetischismus. |
| Fixierung | 69 der auf solchem Wege homosexuell gewordene im Ubw an das Erinnerungsbild der Mutter fixiert bleibt... und bleibt von nun an der Mutter treu 69. |
| Forschertrieb | 43 seine Affekte waren gebändigt, dem Forschertrieb unterworfen. |
| Fragelust | 47 alle diese Fragen sind nur Umschweife ... infantile Sexualforschung. |
| Gedächtnis | 52 |
| Geier | 51 eine Phantasie. 56 ersetzt d. Mutter. 56 Geier. 56 Symbol die Mütterlichkeit. 57 Göttin Mut. 62 Erforschung des Vogelflugs. 77 Phantasie ist zusgesetzt: gesäugt werden, das Geküsstwerden durch die Mutter. |
| Genitalien | 66 genossen ursprünglich göttliche Verehrung. |
| Grübelzwang | 49 neurotischer Denkzwang |
| Heiliges/Göttliches | 66 im Laufe der Kulturentwicklung, dass soviel Göttliches und Heiliges aus der Geschlechtlichkeit extrahiert war, dies der erschöpfte Rest der Verachtung verfiel. |
| Hemmung | 87 stand er längst unter der Herrschaft einer Hemmung, die ihm verbot... |
| Homosexualität | 49 ideelle Homosexualität. 56 passive homosexuelle Phantasien. 65 Erkenntnis, dass d. Weib keinen Penis besitzt, ... Homosexualität. Fixierung an das einst heiss begehrte Objekt, den Penis des Weibes. 67 manifest, wenn auch ideelle Homosexualität... wenn wir nicht aus den psa Untersuchungen von homosexuellen Patienten wüssten, ... lieben es, sich als ein "3. Geschlecht" hinstellen zu lassen ... aus humanen Rücksichten. 68 eine sehr intensive erotische Beziehung an eine weibl. Person, in der Regel an die Mutter... begünstigt durch die Überzärtlichkeit der Mutter selbst,... Zurücktreten des Vaters im kindlichen Leben... 68 (Fn) ohne die Verursachung der sexuellen Abirrung erschöpft zu glauben ... aus den gesicherten Ermittlungen der Psa nichts zu lernen verstanden. 69 verdrängt Liebe zur Mutter, indem er sich selbst an deren Stelle setzt, sich mit der Mutter identifiziert und seine eigene Person zum Vorbild nimmt, in dessen Ähnlichkeit er seine neuen Liebesobjekte auswählt. Er ist so homosexuell geworden; eigentlich ist er in den Autoerotismus zurückgeglitten... Ersatzpersonen, die er so liebt, wie die Mutter ihn als Kind geliebt hat, ... beeilt sich jedesmal, die vom Weibe empfangene Erregung auf ein männliches Objekt zu überschreiben. 70 Es liegt uns ferne, die Bedeutung der Aufklärungen über die psychische Genese d. Homosexualität zu übertreiben ... Aus mannigfaltigen psychosexuellen Hemmungsprozessen hervorgehen... bezieht sich nur auf einen Typus von "Homosexualität"... die Mitwirkung unbekannter konstitutioneller Faktoren. 75 es würde sich so ergeben, dass Leonardos Liebesleben wirklich dem Typus von Homosexualität angehört, dessen psych. Entwicklung... 86 raubte ihm, durch die allzufrühe Reifung seiner Erotik ein Stück seiner Männlichkeit. 90 Die Entscheidung zur Homosexualität tritt bekanntlich erst in der Nähe der Pubertätsjahre auf. |
| Identifizierung | 90 verlor d. Identifizierung m. d. Vater jede Bedeutung für s. Sexualleben, setzte s. aber auf anderen Gebieten v. nicht erotischer Betätigung fort. 90 für Leonardos Schaffen als Maler hatte d. Identifizierung mit d. Vater e. verhängnisvolle Folge. |
| Illusion | 99 Sie opfern damit die Wahrheit einer Illusion. |
| Kastration | 64 Kastrationsandrohung 65 Kastrationskomplex. 65 Die "Zopfabschneider". |
| Kleinigkeit | 88 eine Kleinigkeit, aus der ein anderer als ein Psychoanalytiker nichts machen würde. |
| Krankheit | 100 welche wir im Laufe unserer Entwicklung vom Kinde bis zum Kulturmenschen zu vollbringen haben, dass wir alle solche Ersatzbildungen produzieren und dass nur die Anzahl, Intensität und Verteilung der Ersatzbildungen den praktischen Begriff des Krankseins und den Schluss auf konstitutionelle Minderwertigkeit rechtfertigen. |
| Künstler/Forscher | 46 der Künstler hatte einst den Forscher als Handlanger in den Dienst genommen, nun war der Diener der stärkere geworden und unterdrückte seinen Herrn. 77 eine gütige Natur, gegeben, sinen geheimsten, ihm selbst verborgenen Seelenregungen durch Schöpfungen zum Ausdruck zu bringen, welche den andern mächtig erfreuen ... |
| Libido | 70 das sexuelle Begehren im weitesten Sinn. |
| Liebe der Mutter | 86 Liebe der Mutter zum Säugling, ... , ist etw. weit tiefgreifenderes als ihre spätere Affektion für das heranwachsende Kind.... Natur eines voll befriedigenden Liebesverhältnisses, das nicht nur alle seelischen Wünsche, sondern auch alle körperlichen Bedürfnisse erfüllt ,.... besonders der kleine Sohn ... 87 tief im Ubw wurzelnder Gegensatz gegen die Bevorzugten nimmt von daher ihren Ausgang (Ödipus d. Vaters) |
| Milieueinflüsse | 104 |
| Mischeinheit | 83 |
| Moral ¹ | 43 indifferent ... gegen Gut und Böse, gegen Schönes und Hässliches. |
| Narzissmus | 69 (Ersterwähnung). |
| Neurose | 48 Denkschwäche leistet dem Ausbruch einer neurotischen Erkrankung wirksamen Vorschub. 100 welche wir im Laufe unserer Entwicklung vom Kinde bis zum Kulturmenschen zu vollbringen haben, dass wir alle solche Ersatzbildungen produzieren und dass nur die Anzahl, Intensität und Verteilung der Ersatzbildungen den praktischen Begriff des Krankseins und den Schluss auf konstitutionelle Minderwertigkeit rechtfertigen. |
| Ödipus ² | 89 wer als Kind die Mutter begehrt, der kann es nicht vermeiden, sich an die Stelle des Vaters setzen zu wollen, sich in seiner Phantasie mit ihm zu identifizieren und später seine Überwindung zur Lebensaufgabe zu machen. |
| Pathographie | 99 es wäre vergeblich, s. darüber zu täuschen, d. die Leser heute alle Pathogr. unschmackhaft finden. 99 die P. setzt s. überhaupt nicht das Ziel, die Leistung d. grossen Mannes verständlich zu machen. 100 heben wir ausdrücklich hervor, dass wir L. niemals zu den Neurotikern oder "Nervenkranken" ... gezählt haben. |
| Perseveration | 88 |
| Phallus | 63 schöpferische Urkraft der Natur. 95 die Alten den Phallus geflügelt gebildet haben. |
| Phantasie | 51, 52 hervorgeholt, dabei verändert, verfälscht, in den Dienst späterer Tendenzen gestellt. 77 Erinnerungsinhalt der Phantasie |
| Phylogenese/Ontogenese | 66 biologische Analogien |
| Physiologie | 45 sein Wissensdrang auf die Aussenwelt gerichtet war, von der Erforschung des Seelenlebens hielt ihn etwas fern, ... war für die Psychologie wenig Raum. |
| Psa, angewandte | 103 dass ich die Sicherheit dieser Ergebnisse gewiss nicht überschätze. |
| Religion | 92 die Religiosität führt sich biologisch auf die lange anhaltende Hilflosigkeit und Hilfsbedürftigkeit des kleinen Menschenkindes zurück,... |
| Roman, psa | 103 dass ich die Sicherheit dieser Ergebnisse gewiss nicht überschätze |
| Sexualforschung, infantile | 48 Kind fühlt sich betrogen. 61 |
| Sexualobjekt | 81 zweierlei Sexualobjekt: Kinderköpfe (eigene kindl. Person) lächelnde Frauen (Mutter, Catarina) |
| Skarabäen | 57 als göttlich verehrte Käfer, ... gäbe es nur Männchen. |
| Spiel | 95 dieser Wunsch treibt alle ihre Spiele. 96 er spielte auch als Erwachsener weiter. |
| Spieltrieb | 98 es ist wahrscheinlich, dass dieser Spieltrieb Leonardo's in seinen reiferen Jahren schwand, dass auch er in die Forschertätigkeit einmündete. |
| Spinoza | 44 |
| Sublimierung ¹ | 43 während dieser Forscherarbeit warten Liebe und Hass ihre Vorzeichen ab und verwandelten sich in Denkinteresse um. 43 Leidenschaft, Wissensdrang. 44 von allen Bedenken gegen die mögliche Rückverwandlung des Forschertriebs in Lebenslust abgesehen... sind vielleicht ebensowenig ohne Einbusse konvertierbar wie die der physikalischen Kräfte. 46 Sexualtrieb eignet s. ganz besonders dazu ... mit der Fähigkeit der Sublimierung begabt ... höher gewertete, nicht sexuelle Ziele. 49 Sublimierung anstelle des Durchbruchs aus dem Ubw: bleibt der Charakter der Neurose aus. 66 ungezählte Göttergestalten erhoben sich durch Sublimierung aus ihrem Wesen. 75 Die Mutter und die Schüler, die Ebenbilder seiner eigenen knabenhaften Schönhheit, waren seine Sexualobjekte gewesen - soweit die sein Wesen beherrschende Sexualverdrängung eine solche Kennzeichnung zulässt. 91 so wiederholte er nur in der höchsten dem Menschen erreichbaren Sublimierung die Parteinahme, die sich bereits dem kleinen, verwundert in die Welt blickenden Knaben aufgedrängt hatte. 101 der grössere Anteil der Bedürftigkeit des Geschlechtstriebes wird sich dank der frühzeitigen Bevorzugung der sexuellen Wissbegierde zu allg. Wissensdrang sublimieren können und so der Verdrängung ausweichen. 102 die 2. Sublimierung seiner erotischen Triebe (Künstler) tritt gegen die uranfängliche, bei der. 1. Verdrängung vorbereitete (Forscher) zurücke. |
| Symptom | 100 wir wissen heute, dass die neurotischen Symptome Ersatzbidlungen für gewisse Verdrängungsleistungen sind. |
| Triebe, ubw | 102 Unersättlichkeit, rücksichtslose Starrheit, Mangel an Fähigkeit, sich realen Verhältnissen anzupassen. |
| Triebkräfte | 104 Umwandlungen und Entwicklungen. |
| Verdrängung | 69 deren Mechanismus uns bekannt ist, deren treibende Kräfte wir noch nicht erfassen. 96 dies eine Problem wenigstens hatte sich der Verdrängung entzogen, die ihn später der Sexualität entfremdete. |
| Verschiebung | 75 |
| Wahrheit, historische | 53 |
| Wissbegierde | 46 organische Bedingtheit ... ursprüngliche sexuelle Triebkräfte zu seiner Verstärkung herangezogen ... Forschung mit leidenschaftlicher Hingabe 46 |
| Wissenschaftstheorie | 45 sein Wissensdrang auf die Aussenwelt gerichtet war, von der Erforschung des Seelenlebens hielt ihn etwas fern, ... war für die Psychologie wenig Raum. 67 psa Untersuchungen. 77 Sicherheit des Nachweises auf ein ganz bescheidenes Mass herabsetzen. Das Nämliche nimmt Mereschowski an, der für Leonardo eine Kindheitsgeschichte imaginierte. 88 Der Psychoanalytiker denkt anders; ihm ist nichts zu klein als Äusserung seelischer Vorgänge. 88 eine Kleinigkeit, aus der ein anderer als ein Psychoanalytiker nichts machen würde. 100 wir glauben nicht mehr, dass Gesundheit und Krankheit, Normale und Nervöse scharf voneinander zu sondern sind, und dass neurotische Züge als Beweise einer allgemeinen Minderwertigkeit beurteilt werden müssen. 103 Die Grenzen abstecken, welche der Psa in der Biografik gesetzt sind, damit uns nicht jede unterbliebene Erklärung als Misserfolg ausgelegt werde. 103 dass ich die Sicherheit dieser Ergebnisse gewiss nicht überschätze. 103 so liegt die Schuld nicht an der fehlerhaften oder unzulänglichen Methodik der Psa, sondern an der Unsicherheit und Lückenhaftigkeit des Materials. 104 Wir müssen hier einen Grad von Freiheit anerkennen, der psa nicht mehr aufzulösen ist. |
| Wunscherfüllung | 87 indem er die Wunscherfüllung des von der Mutter betörten Knaben in solch seliger Vereinigung von männlichen und weiblichen Wesen darstellte. |
| * sofern nichts anderes vermerkt beziehen sich alle Seitenzahlen auf die "Freud-Studienausgabe" in 10 Bänden (mit Ergänzungsband), Frankfurt a. Main, 1982 ¹ Erwähnung "avant la lettre" ² Erwähnung der Sache nach (implizit), ohne Begriffsnennung im betreffenden Freud-Text |
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